Die ganze Geschichte

Dies ist die ganze Geschichte von BENU REUSE

 

Das Problem

 

Viel gut erhaltene Gebrauchtgegenstände und gebrauchte Materialien, die zu schade zum Wegwerfen sind, werden entsorgt… "weggeworfen"…. 

Reparaturdienstleistungen entfallen zunehmend, das neue Gerät kann sofort geliefert werden. Auch Kleider mit geringen Schäden wie einem kleinen Loch werden nicht mehr repariert. Das Angebot in den Läden mit vermeintlich tiefen Preisen ist unendlich groß. Hierdurch wird der Verbrauch von Ressourcen angetrieben, ohne dass eine konsequente Wiedernutzung dieser Ressourcen gewährleistet werden könnte.

Die Siedlungsabfälle, d.h. Restmüll, getrennt gesammelte Abfälle (Glas, Papier …) und Sondermüll (Batterien, Altholz …) aus Haushalten und kleinen Unternehmen betrugen in Luxemburg im Jahr 2018 im Durchschnitt 610 kg pro Person. Im EU-Durchschnitt waren es 2018 pro Person 489kg.

Im Jahre 2016 hatten die Haushalte einen Anteil von 8,5%, das Baugewerbe einen Anteil von 36,5% am Abfallaufkommen in der EU.

Quelle: Eurostat, Europäische Umweltagentur, Europäische Kommission

Ein Beispiel von vielen : Mehr als 7,1 Millionen Tonnen Möbel werden jedes Jahr alleine in Deutschland entsorgt. Der Berg an Altholz wiegt insgesamt 10,5 Millionen Tonnen pro Jahr. Hiervon werden 10 Millionen Tonnen (95%) verbrannt. Der Rest wird um viel Neuholz ergänzt (20% Altholz : 80% Neuholz), um Spanplatten herzustellen. Bei diesem Vorgang werden sehr große Mengen an Wasser und Energie verbraucht. Bei vielen Spanplatten werden zudem fragwürdige Klebstoffe eingesetzt. All dies führt zu einem schlechten ökologischen Fußabdruck. Diesen Gesamtprozess bezeichnen wir als Holzrecycling.

Weiteres Beispiel, die Bauwirtschaft : Die Bauwirtschaft ist für 50% des weltweiten Abfalls verantwortlich und damit einer der größten Müllproduzenten der Welt. Jedes Jahr werden in Deutschland Millionen Tonnen nutzbarer Baustoffe weggeworfen. Die Mehrheit fällt in Abbruch- und Rückbauprojekten an, aber auch auf Baustellen für Neubauten werden 10-15% aller Materialien entsorgt, die z.B. wegen Überbestellung oder Fehlplanung nicht verbaut werden. Nur ein Bruchteil dieser Baustoffe wird tatsächlich recycelt und wiederverwendet. Durch Transport, Recycling, Entsorgung sowie die Neuproduktion der dadurch fehlenden Baustoffe entsteht unnötiger Müll und ein erheblicher CO2-Fußabdruck. Dies führt dazu, dass die Baubranche für 23% des globalen CO2-Ausstoßes verantwortlich ist.

Am 29. Juli 2021 hat die Menschheit alle biologischen Ressourcen aufgebraucht, die die Erde innerhalb eines Jahres wiederherstellen und somit nachhaltig bereitstellen kann. Weltweit verbraucht der Mensch so viele Ressourcen, dass wir 2,75 Erden bräuchten, um sie nachhaltig zur Verfügung zu stellen. In Luxemburg sind est 7,9 Erden (damit ist Luxemburg Vize-Weltmeister im Ressourcenverbrauch hinter Qatar), in Deutschland 3, Frankreich knapp 3 und Belgien 3,8. (2019, www.footprintnetwork.org)

 

Die Vision von BENU REUSE

BENU REUSE will in erster Linie dabei dazu beitragen, dass Dinge, Bauteile, Materialien, Gegenstände etc., die schon da sind, so lange verwendet werden wie möglich …. Dabei integrieren wir Studien und Expertenwissen, um das Angebot an gebrauchten Dingen zu filtern. In der Tat macht es vornehmlich aus ökologischen Gesichtspunkten Sinn, manche Dinge, die wohl noch funktionieren und/oder noch benutzt werden könnten, aus dem Markt zu nehmen, da der durch sie (potentiell) entstehende Schaden für Mensch und Umwelt im Vergleich zu einem Neukauf eines verbesserten Produktes zu groß wäre. Wir verlassen uns hierbei nicht auf Emotionen und guten Willen, sondern auf fundierte Studien und die Erfahrung und das Wissen von Experten. Im Zweifelsfall raten wir dazu, intakte Dinge so lange wie möglich weiter zu nutzen.

Baumaterialien, für eine Entsorgung bestimmte gebrauchte Bauteile, Alltags-Gegenstände und Materialien, die noch gut erhalten sind, werden über BENU REUSE vermittelt und einer Wiedernutzung zugeführt, anstatt auf dem üblichen Weg entsorgt zu werden. Anbieter und Abnehmer finden zueinander über eine Plattform, ein digitaler Marktplatz, zur Vermittlung der gebrauchten Gegenstände und Materialien. Ermöglicht wird

  • die Weiternutzung gut erhaltener Alltagsgegenstände 
  • der Wiedereinbau gebrauchter Baumaterialien und Bauteile zum gleichen Zweck, die kreative Weiterverwendung von gebrauchten Materialien (unter Achtung eventueller Risiken) und Resten von noch nicht benutzten Materialien

Durch Weiternutzung gebrauchter Materialien und Alltags-Gegenstände werden Rohstoffe, Energie, Emissionen und Müll eingespart, es bedarf weniger Neuproduktion, weniger ressourcenintensiven Recyclings und weniger Deponieplatz. Gleichzeitig kann dazu beitetragen werden, zu bewußterem Konsumverhalten und zur Abfallvermeidung zu sensibilisieren.

Mit BENU REUSE wird Privatpersonen ebenso wie Verwaltungen und Unternehmen die Möglichkeit geboten,

  • … gut erhaltene Dinge dorthin weiter reichen zu können, wo sie wieder benutzt werden 
  • … gut erhaltene Dinge zu finden und somit auf Neukauf zu verzichten ;
  • … Kosten zu sparen 
  • … nachhaltig zu handeln/wirtschaften 
  • … sich über nachhaltigere Alternativen zu informieren 
  • … Unternehmen und Organisationen kennen zu lernen, die aktiv sind im Aufnehmen und/oder Verkauf von gebrauchten, reparierten und oder geupcycelten Gegenständen

BENU REUSE entspricht nicht nur dem Umweltschutzgedanken, sondern entlastet auch die Geldtaschen der Re-User, da die gebrauchten Gegenstände (außer Liefergebühr) kostenlos weitergegeben werden. Unsere Vision ist die eines bewussten Umgangs mit Konsum und Gegenständen. Wie viel wertvoller wird unser Besitz, wenn wir uns mit mehr Wissen bewusster Dinge aussuchen und nachvollziehen können, wie nach unserem Besitz weiter von diesen Dingen profitiert wird.

 

Wie ist die Idee von BENU REUSE entstanden?

Ein erster Pilotbau BENU PROVISORIUM wurde auf der Place de la Frontière in Esch-sur-Alzette errichtet. Kennzeichen dieses Ende 2018 eröffneten Baus sind: ZeroWaste, CO2 neutraler Bau und eine lokale gewachsene, natürliche Isolation, mehr als 94% "Abfall" im Bau, völliger Verzicht auf neue Baustoffe (Bitumen, Gips, Zement und Mörtel, Silikon …), nur die Schrauben sind neu ;).

Hervorzuheben ist der Pioniergeist der Gemeinde Esch-sur-Alzette, die uns nicht nur das Gelände zur Verfügung gestellt hat, sondern das Projekt BENU von Beginn an großzügig unterstützt. Wir danken der Gemeinde für ihr großartiges Engagement!

Gebaut wurde mit abgebauten Materialien von anderen Bauprojekten, Abriss von Häusern, Restbeständen von Unternehmen, wie gebrauchte Baustoffe, Metalle und Holz, gebrauchte Fenster und Türen u.a.. Auch Inneneinrichtungen und Fassaden wurden im Upcycling aus Gebrauchtgegenständen und den unterschiedlichsten Abfällen gestaltet……neben ZeroWaste auch CO2 neutraler Bau und Isolation aus nachwachsendem Rohstoff (Miscanthus).

Kreativität, soziale Kohäsion, Partizipation: Unter Anleitung professioneller Künstler wurde mit mehr als 140 Freiwilligen und Interessierten aus der unmittelbaren Umgebung, aber auch von weiter her (bis in die Niederlande, von wo aus eine Jugendgruppe kam, um eine Woche mit am Gestaltungsprojekt zu arbeiten) gewerkelt, gebastelt und gestaltet. Ja auch Jugendliche aus einer regionalen Erziehungsanstalt haben mitgemacht. In einem monatelangen Partizipationsprojekt entstand eine einmalige Außengestaltung, die Geschichten über sozialen Zusammenhalt erzählt, den enormen Ressourcenverbrauch der industrialisierten Länder dokumentiert und Erinnerungen der Teilnehmer integriert (Spielzeugautos, Turnschuh, Schallplatten, Teller aus DenHaag, Anhänger einer bekannten Rockgruppe und vieles mehr).

Im BENU PROVISORIUM hat am 1. Dezember 2018 der erste BENU Shop seine Türen geöffnet. Hier werden vornehmlich Kreationen von BENU COUTURE verkauft, die im ersten Stock des Gebäudes in einem Atelier mit professionellen DesignerInnen und SchneiderInnen entworfen und in Serie produziert werden. Es handelt sich hierbei ausschließlich um UpCycling Mode aus Stoffen, die wir aus Kleidern gewinnen, die uns Menschen der Region überlassen. 

Bei Sammlung der Baumaterialien zur Errichtung des Pilotbaus BENU PROVISORIUM und im Rahmen der Vorarbeiten für BENU VILLAGE, das erste Ökodorf der Großregion, konnten wir viele Kontakte zu Betrieben, Privatpersonen und Organisationen knüpfen, die uns gebrauchte Materialien für unsere Projekte überlassen haben. 

Wieso arbeiten Unternehmen mit uns?

Klar, sie sparen Entsorgungskosten. Aber nachdem  diese auf die Kunden abgewälzt werden, sind es - so unsere Erfahrung - vornehmlich Unternehmer, die sich Gedanken machen über Konsum und das tägliche Entsorgen von teils hochwertigen Produkten und Materialien. Sie akzeptieren den Mehraufwand, gutes Material zur Seite zu legen und es zur weiteren Nutzung zur Verfügung zu stellen. Für diesen Mehraufwand bedanken wir uns bei den engagierten Unternehmen und allen Privatpersonen, die sich diese Mühe machen. Daneben wurden konkrete Bedürfnisse an uns herangetragen : wir bräuchten ein paar Fenster für ein Gewächshaus im Garten, Gläser für selbstgemachte Marmelade … 

Bis dahin hatten wir sämtliche Anfragen einzeln abgearbeitet, viel telefoniert, geschrieben und gepostet. Aufgrund der vielen positiven Erfahrungen und mit dem Bewusstsein, welch eine wichtige Rolle die Wiederverwendung in einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft spielt, reifte bei BENU der Wunsch, die Idee des REUSE auszuweiten. Wir wollten die Erfahrungen nicht für uns behalten und nur für unseren eigenen Projekte nutzen. Allen Interessierten soll die Möglichkeit gegeben werden, mit zu machen …

Luxemburg arbeitet aktiv am Auf- und Ausbau von Tauschbörsen/-plätzen, wie z.B. in Form von Tauschshops auf den Wertstoffhöfen … Damit sind wir keine Vorreiter, sondern Nachzügler. Teilweise haben wir einen großen Rückstand auf europäische Länder, die bereits vor vielen Jahren entsprechende Konzepte erfolgreich umgesetzt haben. BENU möchte aktiv unterstützen. Zeit aufholen. BENU REUSE präsentiert sich ausdrücklich als innovatives Komplement zu lokalen Initiativen der Abfallvermeidung.

Um den Start des Projektes schnellstmöglich zu verwirklichen haben wir uns umgehört auf der Suche nach einer zielorientierten, pragmatischen Lösung, und haben das Projekt präsentiert. Bei der Stiftung André Losch Fondation sind wir auf großes Interesse gestoßen. Kurzfristig wurden uns die Möglichkeiten gegeben, das Projekt BENU REUSE in seinem Gesamtumfang umzusetzen:

  • Entwicklung einer neuen Internetplattform mit zahlreichen Hintergrundinformationen,
  • die Einstellung von zwei Personen, davon eine Person auf der Suche nach sozialer Stabilität,
  • die Anschaffung eines Lieferwagens, der es uns erlaubt, Wege zu optimieren und den entsprechenden CO2 Fußabdruck zu reduzieren.

Vielen Dank an die André Losch Fondation für ihre unbürokratische Unterstützung, die es uns erlaubt, gemeinsam mit der Bevölkerung das Projekt BENU REUSE zu starten! 

 

Warum bei BENU REUSE mitmachen?

Mitmachen sollte jede:r, der etwas bewegen und sich nicht mit netten, aber offensichtlich ungenügenden Schritten zum Schutz unserer Erde begnügen möchte.

Meine Vorteile als Anbieter:in: Ich geben meinen noch gut erhaltenen Gegenständen und Materialien die Perspektive, weiter genutzt zu werden. Zudem kann ich mich in leicht verständlichen Texten darüber informieren, was ich künftig vermeiden sollte, um unnötige und teilweise gifte Abfälle zu reduzieren oder gar ganz zu vermeiden. Wohin mit meinen dennoch anfallenden Reststoffen? Auch hierzu finde ich auf benureuse.lu eine Antwort. Wenn ein/e Abnehmer:in für meine Schenkungen gefunden wurde, kümmert sich BENU um den Transport. Alles kostenlos für mich. Hierdurch spare ich Zeit, brauche nicht zum Wertstoffhof zu fahren, vermeide eventuelle Entsorgungskosten und kann überdies jemandem anderen etwas Gutes tun. Ein aktiver Beitrag zur Nachhaltigkeit.

Meine Vorteile als Abnehmer:in: Ich werde bei meiner Suche nach Gegenständen und Materialien unterstützt. Auf benureuse.lu finde ich Kontakte zu Anbieter:innen. Gegenstände und Materialien erhalte ich gratis, ich beteilige mich lediglich symbolisch an den Lieferkosten. Die Kostenersparnis gegenüber einem Neukauf ist also erheblich. Ist es nicht so, dass sich viele Leute wohl fühlen, wenn sie Dinge "korrekt" entsorgen, um sie einem vermeintlichen "Recycling" zuzuführen?! Wieviele aber von uns suchen bewusst und regelmäßig nach Produkten, die diese Recyclingstoffe enthalten? Als Abnehmer:in angebotener Gegenstände und Materialien vermeiden wir ein "Re-" und/oder Downcycling (Bearbeitung eines Produktes unter gleichzeitiger Reduktion seiner Qualität) und tragen dadurch einen wichtigen, aktiven Beitrag zur effizienten Nachhaltigkeit.

Vorteile für Unternehmen und öffentliche Strukturen: Ich verbessere mein nachhaltiges Image und werde meiner Verantwortung in der Gesellschaft und schlicht auf der Erde gerechter. Zudem reduziere ich meineEntsorgungskosten.

 

BENU REUSE - Ein Pilotprojekt

BENU REUSE ist keine schlichte Plattform, sondern vielmehr ein innovatives und überfälliges Pilotprojekt in und für Luxemburg. Gerne erweitern wir in einer späteren Phase das Projekt über die territorialen Grenzen hinaus. Zudem können wir uns gut vorstellen, BENU REUSE in eine größere Struktur zu überführen, sobald diese verfügbar sein sollte. Politisch positioniert sich BENU REUSE ausdrücklich als Zusatz, als Komplement zu den aktuellen und angekündigten Initiativen und Weiterentwicklungen auf Grundlage der EU-Richtlinien und des lokalen Abfallgesetzes.

Wir lernen dazu, wir entwickeln uns weiter.   Partizipativ.

Als Pilotprojekt befindet sich BENU REUSE in der Erprobungsphase und wird fortlaufend weiter entwickelt. Dies umfasst eine Anpassung der zugrundeliegenden Kriterien an sich verändernde Bedürfnisse und neue Erkenntnisse. Wir laden Dich dazu ein, mit uns zu diskutieren und weitere Informationen mit einzubringen. Hilf uns, die verfügbaren Informationen, die auf Gesetzen und anerkannten, unabhängigen Studien basieren, zu vervollständigen!

 

REUSE als Teil einer Gesamtstrategie 

reduce    reuse / repair / share    recycle

reduce (englisch : Reduktion, Vermeidung): Durch das Ablehnen/Vermeiden schleppt man weniger Müll ins Haus. Den meisten Müll vermeidet man, indem man Überflüssiges (z.B. unnötige Verpackungen und Tragetaschen) einfach ablehnt. Je weniger wir konsumieren, desto weniger muss produziert und später entsorgt werden.

reuse / repair / share: Optimal ist es, wenn Dinge so lange wie möglich genutzt werden. Hierzu gibt es viele Möglichkeiten: Weitergeben, Teilen, Tauschen, Vermieten, Reparieren, gebraucht Kaufen. Auch die Weiter-/Wiederverwendung (englisch : ReUse) gehört hierzu. Beim UpCycling verändern wir Dinge, indem wir ihren Wert erhöhen, z.B. indem wir aus alten, unmodischen Möbeln neue, moderne und hochwertige Möbel produzieren.

recycle: Alles, was trotz Ablehnens, Reduzierens und Wieder-/Weiterverwendens noch an Dingen anfällt, die man entsorgen möchte, landet im Restmüll (Deponie oder Verbrennung) oder kann teilweise im Wertstoffhof ("Recycling"-Center) abgegeben werden. Die dort gesammelten, getrennten Wertstoffe werden zu einem Großteil verbrannt (das Verbrennen darf als "Recycling" deklariert werden, wenn bei diesem Prozess Energie gewonnen wird). Ansonsten wird ge-down-cycelt, d.h. wiederverarbeitet unter Reduktion der Qualität (auch dieser Prozess wird kommentarlos als "Recycling" deklariert). Nur ein Teil wird tatsächlich im engen Sinn des Wortes re-cycelt.

Beispiel Plastik : 2% des weltweit gesammelten Plastiks wird re-cycelt, 7% werden ge-down-cycelt und 91% landen auf Deponien, auf unseren Feldern und zu einem Großteil im Meer.

In Luxemburg wird Restmüll fast gänzlich verbrannt. In anderen Ländern, wie z.B. Portugal, Spanien oder Griechenland, wird mehr als die Hälfte des Restmülls deponiert.

Stichwort ZERO WASTE: Zero Waste bedeutet „Kein Müll und keine Verschwendung“. Es geht darum, seinen eigenen Müll zu reduzieren und unnötige Verschwendung zu minimieren. Der Leitsatz, dem man dabei folgt lautet: Reduce, Reuse, Recycle. Also die Reduzierung des Verbrauchs und die Vermeidung. Dinge die schon da sind, länger zu nutzen, Gebrauchtes zu kaufen und Ungenutztes abzugeben. Und erst an dritter Stelle das Recycling. Recycling ist zwar wichtig, verbraucht aber immer Energie und funktioniert leider nicht ansatzweise befriedigend. (Interview mit Olga Witt, Autorin von »Ein Leben ohne Müll«) 

Mehr über ZERO Waste erfährst Du bei zero-waste.lu und null-offal-letzebuerg.

 

REUSE und Konsumverhalten

Unser Ziel: Sensibilisierung zur Abfallvermeidung und zu bewußterem Konsumverhalten. Was brauche ich wirklich? Muss es neu sein? Kann ich etwas reparieren, verändern und/oder weiterverwenden?

Bereits beim Neuerwerb von Produkten bedenke ich auch den zukünftigen Prozess: Ist das Produkt langlebig, reparierbar? Kann der Gegenstand wiederverwendet oder recycelt werden? Ist am Ende des Zyklus' eine weitergehend nachhaltige, vielleicht sogar unschädliche Entsorgung möglich? Ausschlaggebend hierbei sind insbesondere die Inhaltsstoffe, die Zusammensetzung, die Verarbeitung (vermeide beispielsweise Verbundwerkstoffe, also Materialien, die zusammengeklebt (…) werden und somit nur unter erheblichem Aufwand oder, wie in den meisten Fällen, überhaupt nicht recycelt werden können).

Nachhaltige Konsumgüter sind langlebig, wiederverwendbar, reparierbar, zusammengesetzt aus trennbaren Inhaltsstoffen, die wieder-/weitergenutzt, recycelt bzw. unschädlich entsorgt werden können (s. Cradle2Cradle Prinzip). Wesentlich, obwohl fast immer verschwiegen, sind zudem soziale Aspekte: wo und wie wurde der Gegenstand oder das Material hergestellt, wo und wie wurden die im Produkt enthaltenen Bestandteile produziert, gelten menschenwürdige Produktions-, Verarbeitungs-, Transport- und Vertriebsbedingungen …

Warum werden bei BENU REUSE auch Gegenstände vermittelt, die den Kriterien für nachhaltige Konsumgüter nicht entsprechen?

Wir haben uns entschieden, unsere Kriterien für eine Weitervermittlung von gebrauchten Gegenständen und Materialien so weit wie möglich zu fassen. Durch die Weiternutzung von gut erhaltenen Gegenständen kann an anderer Stelle der Neuerwerb von Produkten mit dem hiermit verbundenen Verbrauch an Ressourcen und Energie vermieden werden.

Gegenstände, die Gesundheitsschäden verursachen oder eine übermäßige Umweltbelastung (z.B. einen zu hohen Energieverbrauch) nach sich ziehen, sind aber ausgeschlossen (Stichwort Energiearmut (*)). Die zugrunde liegenden Kriterien findest Du im Kapitel KRITERIEN auf dieser Webseite. Diskutiere mit uns! Wenn Du ergänzende Studien hast, melde Dich und werde aktives BENU REUSE Brain Mitglied.

(*) Was ist Energiearmut?
"Als einziges Land der EU hat das Vereinigte Königreich Energiearmut definiert. Dort gelten jene Haushalte als energiearm, die mehr als zehn Prozent ihres Einkommens für die notwendigen Energiekosten aufwenden müssten, um den Wärmestandard gemäß der Weltgesundheitsorganisation zu erreichen und den weiteren notwendigen Energiebedarf (vor allem Elektrizität) zu decken." 

Wohlfühlfaktor

Ja, Du darfst, nein, Du solltest Dich gut fühlen, wenn Du mitmachst und hilfst, Ressourcenverschwendung und Abfall zu reduzieren. Klasse!

Jetzt machen wir bei BENU allerdings auch die Erfahrung, dass Menschen sich nur bei der Abgabe beteiligen, uns Kleider schenken, möglicherweise dann auch hier auf BENU REUSE schöne Dinge anbieten, um dann gleich im Anschluss ihrem gewohnten Konsumverhalten nachzugehen. Lasst es uns deutlich sagen : wir ändern kaum etwas, wenn wir unser Konsumverhalten nicht (deutlich) ändern.

Deshalb : Mitmachen ist Klasse! Sein Konsumverhalten entsprechend ändern, d.h. Gutes abgeben, Neues reduzieren, dafür aber Gebrauchtes fördern und nachfragen (z.B. auch hier auf BENU REUSE), reparieren, tauschen, verschenken …, ist richtig nachhaltig und ein entscheidender Beitrag zur Nachhaltigkeit. So kommen wir weiter!

<span>BENU REUSE</span> Kriterien

BENU REUSE Kriterien

Nicht alle, aber sehr viele gebrauchten Gegenstände können über BENU REUSE weitergegeben oder gesucht werden. Hier erfährst Du, welche Gegenständen vermittelt werden und welche von einer Vermittlung ausgeschlossen sind.

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<span>REUSE</span> Service

REUSE Service

Viele machen mit! Hier findest Du Organisationen, Initiativen und Betriebe, die unterschiedlichste gebrauchte Gegenstände abnehmen, weitergeben, reparieren oder vermitteln. Lass Dich überraschen!

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